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Expertengespräch Zahnarzt-Angst

Fragen zum Thema Angst vor dem Zahnarzt – Prof. Dr. G. Dhom, Vitalitas Privatklinik, Neustadt

Prof._Dr._Dhom_2_copyLeitender Arzt der Praxis Prof. Dr. Dhom & Partner und

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI)

 

Vitalitas: Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarzt . Ist das Phänomen Ihnen auch bekannt?

Prof. Dhom: Ja natürlich, Angst vor dem Zahnarzt beziehungsweise Angst vor der Zahnbehandlung ist ein ganz weit verbreitetes Phänomen.

Gerade im Zusammenhang mit allen chirurgischen Behandlungen werden wir immer wieder darauf angesprochen. Aber auch bei allen anderen Behandlungen spielt ein flaues Gefühl eine Rolle, welches die Menschen im Vorfeld schon mitbringen.

 

Vitalitas: Was machen Sie, wenn Sie feststellen, dass die Patienten große Angst vor der Behandlung haben?

Prof Dhom: Wenn wir erst die Chance haben, dass die Patienten mit Ihrer Angst bei uns sind, dann können wir mit vielen unterschiedlichen Schmerzausschaltungen die erforderliche Behandlung so schonend als möglich durchführen. Schlimm ist es nur, wenn die Patienten aus lauter Angst jahrelang gar nicht erst zum Zahnarzt gehen. So können zunächst minimale Zahnerkrankungen fortschreiten und führen letztlich zu massiven Entzündungsprozessen und Schmerzen. Genau das, wovor die Patienten ursächlich Angst haben.

Irgendwann ist dann der Zeitpunkt erreicht wo der Betroffene es dann vor Schmerzen nicht mehr aushält und sich dann notgedrungen einer Zahnbehandlung unterzieht.

Wir sind uns dieses Teufelskreises sehr bewusst und das ganze Team bemüht sich mit diesen Menschen besonders einfühlsam und sensibel umzugehen. Wir nehmen uns sehr viel Zeit auf die Bedürfnisse und Fragen der Patienten einzugehen und versuchen im Gespräch einen gemeinsamen Weg für die Zahnbehandlung zu erarbeiten.

 

Vitalitas: Wie kann man den die Angst vor dem Zahnarzt abbauen?

Prof. Dhom: Das fängt an, bei der Gestaltung der Räumlichkeiten, bei der Betreuung durch das Personal und durch die Ärzte, bei den Gerüchen in der Praxis und setzt sich dann fort in der eigentlichen Behandlung.

In der Vitalitasklinik und in unserem Partnernetzwerk haben wir die Möglichkeiten geschaffen, nahezu alle Behandlungen weitgehend schmerzfrei durchzuführen. Dazu stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen haben wir die Möglichkeit das Behandlungsgebiet örtlich zu betäuben. Dies geschieht mit speziellen Nervblockaden, die eine vollständige Schmerzausschaltung gewährleisten.

Durch die Zusammenarbeit mit unserem Anästhesieteam stehen noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehört die sogenannte Sedierung oder Schlafspritze. Hierbei wird die örtliche Betäubung durch den sog. Dämmerschlaf ergänzt, so dass der Patient die Umstände des Eingriffs kaum wahrnimmt.

Wenn Patienten sehr große Angst vor Eingriffen und Operationen haben, gibt es bei uns die Möglichkeit eine Behandlung unter Vollnarkose durchzuführen. Hierbei wird sowohl das Bewusstsein als auch das Schmerzempfinden kontrolliert vollständig ausgeschaltet. Das heißt auch die manchmal Angst machenden unangenehmen Nebengeräusche entfallen völlig.

Für die zuletzt genannten Methoden ist ein sehr erfahrenes Team von Anästhesisten beschäftigt, die speziell auf die Belange dieser Patienten eingehen können und mit modernen Narkoseverfahren einen sanften genau dosierten Schlaf ohne belastende Nebenwirkungen ermöglichen.

In unserer Zahnklinik werden unsere Patienten während des gesamten Eingriffs von erfahrenen Anästhesisten betreut. Das gewährleistet größtmöglichen Komfort und Sicherheit über die eigentliche Behandlung hinaus.

Im Anschluss an die Behandlung können sich diese Patienten in einem speziell dafür ausgestatteten Ruheraum unter fürsorglicher Betreuung der tagesklinischen Schwestern von der Behandlung erholen.

 

Vitalitas: Ist in solchen Fällen ein stationärer Aufenthalt nötig?

Prof. Dhom: Grundsätzlich ja, ängstliche Menschen sollten sich einfach – ohne Behandlungsstress einmal durch einen Besuch bei dem Zahnarzt oder Chirurgen ihrer Wahl im Rahmen eines Beratungsgespräches einen ersten Eindruck verschaffen. So können sie auch ein Vertrauensverhältnis zu Ihrem Behandler aufbauen. Dabei sollten Sie sich nicht scheuen, Ihre Ängste und Fragen einfach zu artikulieren und zu hören, wie man damit umgeht.

Die Vitalitasklinik arbeitet überregional mit einem Partner-Netzwerk sehr eng und kollegial zusammen. Sowohl bei uns als auch in diesen Praxen wird man sich immer vertrauensvoll um die Ängste der Patienten kümmern. Für chirurgische Eingriffe stehen wir mit dem Vitalitas-Team und den darauf spezialisierten Experten in Neustadt. Ludwigshafen und den angegliederten chirurgischen Praxiskliniken immer zur Verfügung.

 

Vitalitas: Wie ist das mit den Ängsten bei Kindern?

Prof. Dhom: Gerade mit Kindern sollte man natürlich besonders behutsam umgehen und dafür sorgen, dass Ängste gar nicht erst entstehen.

Es gibt hierfür in der Zwischenzeit in der Zahnmedizin speziell ausgebildete Zahnärzte für Kinderzahnheilkunde. Auch diese befinden sich in unserem Experten-Netzwerk. Sollten chirurgische Behandlungen erforderlich sein, so haben wir uns auch ganz besonders auf die schonende Behandlung von Kleinkindern und Jugendlichen spezialisiert. Unser Ziel ist es, dass wir die Behandlung so schonend wie möglich durchführen wollen, damit Ängste vor Zahnbehandlungen in Zukunft gleich vermieden werden. Wir hoffen so, dass in der nächsten Generation das Thema Angst vor dem Zahnarzt endgültig der Vergangenheit angehört.

 

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