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Expertengespräch CMD

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) - Ein dauerhafter Fehlbiss kann das gesamte Bewegungssystem beeinträchtigen

SuessenbergerExpertengespräch mit Zahnarzt Andreas Ph. Süßenberger

Die Tätigkeitsschwerpunkte des Zahnarztes Andreas Süßenberger sind Ästhetische Zahnheilkunde und Implantologie. Neben seiner Tätigkeit für die Privatklinik Vitalitas ist Andreas Süßenberger seit 1993 in Darmstadt mit eigener Praxis niedergelassen.

Zähne sind ein wichtiger Bestandteil unseres Körpers und tragen in erheblichem Maße zum gesamten Wohlbefinden des Menschen bei.

Der menschliche Kauapparat ist ein komplexes und hochsensibles System, das über Muskeln und Nerven eng mit Kopf, Wirbelsäule, Gehirn und anderen Organen verbunden ist. Eine Funktionsstörung der Kiefergelenke kann daher die gesamte Körperstatik aus dem Gleichgewicht bringen. In unserem Expertengespräch erläutern wir Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der craniomandibulären Dysfunktion.

Vitalitas: Viele Ihrer Patienten kommen nicht wegen Zahnschmerzen in Ihre Praxis, sondern aufgrund von Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen. Was können Sie als Zahnarzt diesen Patienten bieten?

Fehlbiss als Ursache für Rückenschmerzen

A. Süßenberger: Häufig sind Beschwerden dieser Art in einem falschen Biss begründet, das heißt, dass Ober- und Unterkiefer nicht gleichmäßig aufeinandertreffen. Man spricht dann von einer craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD. Diese Störung der Kiefergelenkfunktion führt zu einer unnatürlichen und übermäßigen Anspannung der Muskeln des Kausystems. Und da diese Muskeln über Funktionsketten mit anderen Muskel- und Skelettstrukturen, speziell der Wirbelsäule, in Verbindung stehen, breiten sich die Beschwerden oft auf andere Körperbereiche aus. Indem wir die Ursache des Fehlbisses beheben, sorgen wir wieder für ein harmonisches Zusammenspiel der Mund- und Körperstatik.

Zahnfehlstellungen - überstehende Füllungen - falsch angepasste Kronen als Ursache für den Fehlbiss

Vitalitas: Welche Ursachen kann eine solche craniomandibuläre Dysfunktion haben?

A. Süßenberger: Es gibt zahlreiche Faktoren, die zu einer Abweichung von der so genannten neutralen Bisslage führen. Das können unter anderem fehlende Zähne, Zahnfehlstellungen, überstehende Füllungen oder falsch angepasste Kronen bzw. Brücken. Häufig genügt schon ein winziger Höhenunterschied, damit Ober- und Unterkiefer nicht mehr gleichmäßig aufeinanderpassen. In diesen Fällen kann der Zahnarzt leicht Abhilfe schaffen, indem er die Funktionsflächen auf der Zahnoberfläche korrigiert. Sind fehlende Zähne die Hauptursache, sollten diese ersetzt werden, um die Restzähne zu entlasten. In manchen Fällen raten wir auch zu einem Aufbau von Zahnsubstanz, die durch die jahrelange Überlastung abgebaut wurde

Vitalitas: Können auch Ursachen außerhalb des Kausystems in Frage kommen?

Auch Haltungsfehler oder posttraumatische Belastungsstörungen können Gründe für eine Störung der Kiefergelenksfunktion sein

A. Süßenberger: Durchaus. Die Störung der Kiefergelenkfunktion kann auch psychische, funktionelle oder strukturelle Ursachen haben. Nicht selten sind z.B. Haltungsfehler oder posttraumatische Belastungsstörungen der eigentliche Grund.

Vitalitas: Aber diese Ursachen kann doch der Zahnarzt nicht behandeln, oder?

A. Süßenberger: Indirekt schon. Zuerst ermittelt der Zahnarzt über eine manuelle und ggf. auch instrumentelle ganzheitliche Funktions- und Strukturanalyse, wie sich die Fehlfunktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer darstellt. Dann werden Maßnahmen ergriffen, um die gestörte Bisssituation zu entlasten. Oft kommt dabei eine Funktions-Schiene zum Einsatz, die für eine gleichmäßige Belastung der Kiefermuskeln sorgt. Durch die Verbindung des Kauapparates mit anderen Muskel- und Skelettstrukturen wirkt sich die Schiene auf weite Teile des Körpers aus. Daher arbeitet der Zahnarzt eng mit einem Orthopäden oder einem Physiotherapeuten zusammen, der dafür sorgt, dass die gesamte Körperstatik wieder hergestellt wird.

Vitalitas: Was sind die typischen Symptome einer CMD?

A. Süßenberger: Die gibt es leider nicht, und genau das macht die Diagnose so schwierig. Die Beschwerden können das Kausystem betreffen – also beispielsweise Kiefergelenkschmerzen, starkes Zähneknirschen oder übermäßige Abnutzung bzw. Absplitterung von Zahnsubstanz; sie können sich in Kopfschmerzen, Gelenk- und Verspannungsschmerzen im Bereich von Nacken, Schulter oder Rücken, ja sogar bis hinunter zum Knie, äußern; sie können aber auch in Form von Schwindel, Sehstörungen und Ohrgeräuschen auftreten. Experten gehen davon aus, dass bei rund 30% der Tinnitus-Patienten eine Fehlstellung des Unterkiefers die alleinige Ursache der Beschwerden ist.

Vitalitas: Und woher kann ein Patient dann wissen, dass er evtl. unter CMD leidet?

A. Süßenberger: Das ist der Knackpunkt an der ganzen Sache. Meistens haben die Patienten schon die unterschiedlichsten Ärzte aufgesucht und mit verschiedenen Therapien die Symptome behandelt, ohne allerdings die Ursache der Beschwerden zu beseitigen. Auch für den behandelnden Arzt macht die Vielfalt der Symptome, die sich ja wirklich über den gesamten Körper verteilen können, die Diagnose schwierig. Ich empfehle daher allen Patienten, die unter anhaltenden Beschwerden leiden, für die keine erklärbare Ursache gefunden werden kann, einen Zahnarzt aufzusuchen, der auf Funktionsdiagnostik spezialisiert ist.

Vitalitas: Herr Süßenberger, herzlichen Dank, dass Sie sich heute für uns Zeit genommen haben.

 

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