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Expertengespräch Parodontitis Prof. Dhom

Expertengespräch zum Thema Parodontitis

Prof._Dr._Dhom_2_copyLeitender Arzt der Praxis Prof. Dr. Dhom & Partner und

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI)

Immer wieder hört man von den gravierenden Auswirkungen der Parodontitis auch Parodontose auf die Zahngesundheit der Bevölkerung.

 

Vitalitas: Was ist Parodontose?

Prof. Dhom: Bei der Parodontose handelt es sich um eine Erkrankung des Zahnhalteapparates und damit des Gewebes was den Zahn in der Mundhöhle umgibt, das heisst Zahnfleisch und darunterliegender Kieferknochen. Beim gesunden Menschen sind die Zähne mit ihren Wurzeln fest im Kieferknochen verankert. Leider ist dies eine Minderheit. Bei über 80% unserer Bevölkerung liegt eine Erkrankung des Zahnfleisches vor. Damit zählt die Parodontose neben der Karies zur Volkskrankheit Nr. 1.

 

Vitalitas: Woran kann ich feststellen, ob ich Parodontose habe?

Prof. Dhom: Sie können es dadurch merken, dass ihr Zahnfleisch ab und zu blutet - das nicht nur beim Zähneputzen - sondern auch spontan beim Sprechen oder Essen kleinere Blutungen auftreten. Man kann dann auch sehen, dass das Zahnfleisch geschwollen und dunkelrot verfärbt ist. Das ist ein Alarmsignal, was von vielen Menschen leider nicht ernst genommen wird. Wenn man in diesem Stadium die Erkrankung nicht erkennt, dann kann sie sehr heimtückisch und schleichend fortschreiten und lange Zeit unbemerkt verlaufen, da oft lange keine Schmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf bildet sich dann nicht nur das Zahnfleisch zurück sondern auch der darunterliegende Knochen, der ja die Zahnwurzel hält. Folglich fangen die Zähne dann irgendwann an zu wackeln und gehen verloren bzw fallen aus. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass man oft eine Überempfindlichkeit an den Zähnen feststellt. Damit meine ich, dass man bei heiss und kalt oder bei süssen oder sauren Speissen ein heftiges Ziehen ähnlich einem Nervenschmerz empfindet. Drittes Erkennungszeichen ist auch ein unangenehmer Mundgeruch , den man ja oft selbst gar nicht wahrnimmt sondern nur die Mitmenschen mitbekommen. In den seltensten Fällen wird dies aber mitgeteilt, weil es als eher unangenehm empfunden wird. Ganz wichtig in allen Fällen, lassen Sie sich bei Ihrem Zahnarzt einen Vorsorgeuntersuchungstermin geben.

 

Vitalitas: Wie kann denn so etwas in Deutschland bei dem medizinischen Standard vorkommen?

Prof. Dhom: Ja das ist eine gute Frage. Meines Erachtens liegt es unter anderem daran, dass die Zahngesundheitsvorsorge - auch Prophylaxe genannt - erst in den letzten Jahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen hat, und dass der Krankheit Parodontose nicht soviel Beachtung geschenkt wurde. Erst in den letzen Jahren haben sich einige Zahnärzte durch Zusatzstudium ganz auf die Behandlung der Parodontose-Erkrankungen spezialisiert. Man erkennt diese Zahnärzte an der Zusatzbezeichnung „Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie“. In unserer Praxisklinik beschäftigen sich alleine zwei Spezialisten besonders mit diesem Krankheitsbild und der Aufklärung der Patienten. Die Parodontose ist eine Infektionserkrankung – dh. wird durch Bakterien ausgelöst – die Erkrankung ist damit ansteckend. Sie können diese Bakterien und Keime an Ihren Lebenspartner und auch an ihre Kinder übertragen. Das erklärt unter anderem auch die hohe Prozentzahl der Erkrankungen in unserem Land. Darüberhinaus hat sie auch Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand.

 

Vitalitas: Was bedeutet das?

Prof. Dhom: Das bedeutet dass Sie wenn Sie an Parodontitis erkrankt sind ein deutlich höheres Risiko haben einen Herzinfarkt zu bekommen. Schwangere haben ein erhöhtes Risiko eine Frühgeburt zu erleiden. Auch bei Diabetikern kann sich eine Parodontalerkrankung sehr negativ auswirken. Eine unbehandelte Parodontitis belastet also den gesamten Körper. Die Erreger können über die Blutbahn den gesamten Organismus und die Organe schädigen. Dieses Gesundheitsrisiko wird häufig unterschätzt.

 

Vitalitas: Ist denn Parodontose eine Veranlagung oder was sind die Ursachen?

Prof. Dhom: Teilweise Veranlagung, ja – die Hauptursache der Krankheit ist jedoch ein bakterieller Zahnbelag, der aber oft in Kombination mit zahlreichen persönlichen Risikofaktoren das Krankheitsbild erst auslöst. Zu diesen Risikofaktoren zählen zum einen das Rauchen, dann Hormonveränderungen, Diabetes, Immunerkrankungen und auch genetische Faktoren.

 

Vitalitas: Wie kann ich denn als Patient sicher sein, dass ich keine Parodontose habe?

Prof. Dhom: Zum einen ist ganz wichtig dass Sie regelmässig ihre Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Zahnarzt wahrnehmen und darüber hinaus gibt es professionelle Früherkennungstests mit denen sich die Parodontitis sicher feststellen lässt. Unter anderem z.B. Keimtests und genetische Tests, die in auf Parodontologie spezialisierten Praxen häufig angewandt werden.

 

Vitalitas: Was muss denn gemacht werden, wenn bei mir eine Parodontose festgestellt wird? Kann man das behandeln?

Prof. Dhom: Auf jeden Fall kann man die Parodontose erfolgreich behandeln. Wichtig dabei ist, dass ein systematisches Behandlungskonzept angewandt wird. An erster Stelle steht ein ausführliches Beratungsgespräch in Verbindung mit einer Voruntersuchung. Zahnfleischtaschen werden gemessen und die individuelle persönliche Situation wird analysiert. Nach Abschluss der Diagnostik (Untersuchung) erhält der Patient eine ausführliche Dokumentation über den vorgesehenen Behandlungsablauf.

 

Vitalitas: Wie sieht die Behandlung konkret aus?

Prof. Dhom: Die Behandlung gliedert sich in 3 Abschnitte:

Erster Schritt die Vorbehandlung, dann folgt die eigentliche Parodontitisbehandlung und der dritte Schritt besteht in der Nachsorge.

 

Vitalitas: Wie sieht es mit den Kosten aus? Bezahlt das Krankenkasse

Prof. Dhom: Ja, die Krankenkasse bezahlt Ihnen zu 100% die Parodontosebehandlung. Voraussetzung für diesen Anspruch ist jedoch dass der Patient eine Vorbehandlung auf eigene Kosten erfolgreich abgeschlossen hat. Gerade die Vorbehandlung ist wichtig, Speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen, die von unseren Parodontosespezialisten trainiert werden kümmern sich um die Patienten. Der Umfang und die Dauer der Vorbehandlung richtet sich dabei nach der Schwere des Krankheitsbildes. Die Kosten dafür liegen je nach Aufwand zwischen 100 und 300EUR.

 

Vitalitas: Wie sind denn die Erfolgsaussichten, wenn ich mich einer solchen Behandlung unterziehe? Bin ich dann geheilt?

Prof. Dhom: Die Erfolgsaussichten sind sehr gut und die Behandlung führt in der Regel zur Heilung. Nach Abschluss der Therapie sind ganz selten kleine Nachkorrekturen notwenig. Allerdings muss man dazu sagen, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt , ist es wie bei Diabetes auch, es ist eine lebenslange Nachsorge notwenig. Je nach persönlichem Risikoprofil ist ein speziell von uns entwickeltes Nachsorgeprogramm 2 bis 4 mal pro Jahr erforderlich, um das erzielte Behandlungsergebnis stabil zu erhalten. Damit können Sie sicherstellen, dass Sie Ihre eigenen Zähne behalten können. Sie schützen somit sich , Ihre Kinder und Partner vor Zahnverlust. Damit bauen Sie ein Schutzschild für Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch auf und vermeiden auch den oft so unangenehmen Mundgeruch. Sie haben saubere Zähne und ein gesundes Zahnfleisch und erleben Wohlbefinden im Mund.

 

Vielen Dank für das angenehme Gespräch.

 

 

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