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Expertengespräch Weisheitszahnbehandlung

Der Ärger mit den Weisheitszähnen

Dr._Lamest_Expertengepraech_ Weisheitszähne sind bekannt dafür, dass sie Probleme bereiten: Sie sind die letzten in der Reihe und finden keinen Platz mehr im Kiefer, sie verkeilen oder bringen schmerzhafte Entzündungen mit sich.

Im Expertengespräch klärt der Spezialist auf dem Gebiet der Oralchirurgie , Dr. Christian Lamest, auf, warum trotzdem nicht alle Weisheitszähne gezogen werden müssen.

 

Vitalitas: Herr Dr. Lamest, bevor wir in das eigentliche Thema einsteigen – woher kommt eigentlich der Name „Weisheitszahn“?

Dr. Lamest: Weisheitszähne sind regelrechte Spätzünder, sie brechen normalerweise erst zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr durch. In früheren Zeiten galt ein Mensch mit 30 bereits als alt und weise. Das hat dem Zahn seinen ungewöhnlichen Namen verliehen. Viele Patienten glauben übrigens, der Name rührt von der Farbe weiß – also Weißheitszähne oder Weißheitszahn – aber sie sind nicht weißer als andere Zähne auch. Der Name ist tatsächlich auf die Weisheit zurückzuführen.

 

Vitalitas: Was ist das Besondere an Weisheitszähnen?

Dr. Lamest: Eigentlich sind Weisheitszähne nichts anderes als Backenzähne. Sie sind als letzte Zähne auf beiden Seiten der Zahnreihe angelegt, als so genannte „Achter“. Das Besondere daran ist, dass sie sich so spät entwickeln und erst im Erwachsenenalter durchbrechen. Manchmal brechen sie aber auch gar nicht durch oder sind überhaupt nicht angelegt – alles ist möglich.

 

Vitalitas: Das klingt ja eigentlich nicht weiter problematisch. Warum sind dann die Weisheitszähne so gefürchtet?

Dr. Lamest: Nun, in der Regel haben alle anderen Zähne schon ihren festen Platz im Kiefer eingenommen, wenn sich die Weisheitszähne entwickeln. Das bedeutet, dass sie häufig keinen ausreichenden Platz mehr haben, um sich ihren Weg zu bahnen. Entweder brechen sie dann gar nicht erst durch oder sie bleiben auf halber Strecke im Kiefer stecken. Und hier liegt das Problem: Bei einem unvollständigen Durchbruch – man spricht dann von einer Teilretention – können sich um den Weisheitszahn herum Hohlräume bilden, in denen sich Flüssigkeit ansammelt. Diese Zysten bringen oft schmerzhafte Entzündungen mit sich, die unbehandelt sogar zu einer Auflösung des Kieferknochens führen können.

 

Vitalitas: Sie sprachen vorhin von einem Platzmangel im Mund. Was passiert mit den restlichen Zähnen, wenn ein Weisheitszahn in eine fertig entwickelte Zahnreihe durchbricht?

Dr. Lamest: Es ist in der Tat so, dass der Weisheitszahn sich regelrecht rein quetscht. Dabei übt er gewaltigen Druck auf die gesamte Zahnreihe aus. Dies kann zu Zahnverschiebungen bis hin zu den Frontzähnen führen. Nicht selten gehen solche Zahnfehlstellungen dann auch mit einer Wurzelschädigung einher. Natürlich kann der fehlende Platz auch zu Schiefstellungen des Weisheitszahnes selbst führen, was wiederum Beeinträchtigungen des umliegenden Gewebes mit sich bringt.

 

Vitalitas: Sollte also ein Weisheitszahn grundsätzlich immer entfernt werden?

Dr. Lamest: Nein, durchaus nicht. Eine Extraktion sollte nur dann erfolgen, wenn aufgrund der individuellen Kiefersituation mit Problemen zu rechnen ist oder der Weissheitszahn bereits Beschwerden verursacht. Vollständig retinierte Zähne, also Weisheitszähne, die nicht durchgebrochen sind, verursachen häufig überhaupt keine Beschwerden. Und auch ausgebildete Weissheitszähne müssen nicht entfernt werden, wenn im Kiefer ausreichend Platz vorhanden ist. Dann kann man mit ihnen – wie mit jedem anderen Backenzahn auch – ganz normal kauen.

Wichtig ist, dass man möglichst frühzeitig bei einem Spezialisten abklären lässt, ob die Weisheitszähne überhaupt angelegt sind und ob der Kiefer ausreichend Platz für einen möglichen Durchbruch bietet. Wenn dies nicht der Fall ist, empfiehlt es sich, den Zahnkeim schon vor dem Durchbruch zu entfernen, wenn er noch nicht fest im Knochen verankert ist.

 

Vitalitas: Und wenn der Weisheitszahn schon ganz oder teilweise durchgekommen ist?

Dr. Lamest: Dann ist die Extraktion mitunter schwieriger. Ich rate jedem, Weisheitszähne nur von erfahrenen Chirurgen entfernen zu lassen. Man muss wissen, wo und wie man das Operationsgebiet möglichst präzise öffnet und wie man den Zahn am besten findet, wie man ihn lockert, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen, und wie man ihn schließlich so schonend wie möglich entfernt. Verfügt der Chirurg über ausreichend Erfahrung, ist eine schnelle und weitgehend schmerzarme Extraktion möglich.

 

Vitalitas: Schnell und schmerzarm – die meisten Patienten würden das wohl nicht mit einer Weisheitszahn-OP verbinden, oder?

Dr. Lamest: Richtig. Aber hier gibt es viele unbegründete Vorurteile. Wenn der behandelnde Arzt über ausreichend Erfahrung verfügt, dauert der Eingriff durchschnittlich nur ca. 15 Minuten. In besonders schweren Fällen, wenn z.B. der Zahn im Kiefer erst geteilt werden muss, kann es schon mal länger dauern, aber grundsätzlich ist so ein Eingriff schnell erledigt.

 

Vitalitas: Und wie sieht es mit den Schmerzen aus?

Dr. Lamest: Nun, hier gibt es ja zum Glück verschiedene Methoden, den Schmerz zu behandeln – je nach Schwere des Eingriffs und nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Für eine einfache Weisheitszahn-OP reicht in der Regel eine lokale Betäubung aus. Ist der Patient allerdings besonders ängstlich, schmerzempfindlich oder ist ein größerer Eingriff geplant, kann die Lokalanästhesie bis zur Vollnarkose erweitert werden – das erspart dem Patienten Stress und jeglichen Schmerz während der Behandlung. Und wenn die Extraktion technisch gut und schnell durchgeführt wird, fällt auch die Schwellung und damit der postoperative Wundschmerz geringer aus.

 

Vitalitas: Herr Dr. Lamest, recht herzlichen Dank für dieses Gespräch.

 

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